Großes kleines Mädchen

So langsam wird meine kleine Maus ein großes kleines Mädchen. In den letzten Wochen und Monaten hat sie sich so schnell verändert und entwickelt, dass man beim Beobachten kaum hinterher kommt.

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich im Krankenhaus lag und zum ersten Mal meine kleine Tochter (mit Herztönen wie ein Junge sagte die Hebamme) im Arm halten konnte. Dabei ist das schon fast zweieinhalb Jahre her.

Ich muss zugeben, die ersten Wochen waren sehr gewöhnungsbedürftig. Mama und Mäuschen mußten sich erst aneinander gewöhnen. Mama wollte stillen und hatte Milch für zwei Babies – Mäuschen war das ganze zu anstrengend. Mit der Flasche ist es doch so viel einfacher satt zu werden. Fünf Monate haben wir uns gequält und das endgültige abstillen hat mich wahnsinnig mitgenommen. Aber im Nachhinein ist das alles halb so schlimm gewesen. Sie ist gesund und munter und hatte nur in den ersten Wochen arge Gewichtsprobleme. Darüber sind wir definitiv hinweg. Und unsere Beziehung hat das Abstillen auch nicht beschädigt – ich habe eine Kuschelmaus, die von ihrer Mama nicht lassen kann.

Gleich von Anfang an hat uns auch das Verstopfungsproblem begleitet. In den ersten Wochen hatten wir kaum ein anderes Thema (wir haben teilweise 10 Tage gewartet – ich bin wahnsinnig geworden…). Zwischenzeitlich wurde es mal besser mal schlimmer und jetzt sind wir hoffentlich über den Berg, denn…. Mein Mäuschen ist weitestgehend die Windel los 🙂 Sie will partout keine Windel mehr anziehen. Abends haben wir daher eine neue Diskussion: Windel an – mal was neues. Den ein oder anderen Unfall verzeichnen wir zwar trotzdem, weil sie nicht rechtzeitig Bescheid sagt und dummerweise auch noch in der Nein-Phase ist. Aber auch das Problem wird sich lösen – wahrscheinlich von alleine und ohne mein zu tun.

Am schönsten ist es, dass sie mir mittlerweile erzählen kann, was sie so bewegt. Ich liebe es, sie von der Tagesmutter abzuholen und sie von ihrem Tag berichten zu lassen: vom Spielplatz, den Wildschweinen und den anderen Kindern, die auch bei der Tagesmutter betreut werden. Mittlerweile mußte ich sogar feststellen, dass sie anfängt, sich Dinge auszudenken und Geschichten zu erzählen. Es wird also spannend. Dabei ist sie eine kleine Spätsprecherin und hat, bis sie ca. eineinhalb Jahre alt war, nicht mehr als Mama und Papa gesagt. Dafür war sie super darin, Mama und Papa per „Da“ und zeigen und schieben durch die Gegend zu dirigieren. Kann sie auch heute noch gut. Allerdings ist mein kleiner Quirl außerhalb ihres Zuhauses ziemlich still – anfangs. Sprechen hängt davon ab, wie wohl man sich fühlt. Ich erkenne mein Kind dann kaum wieder.

So spät sie mit dem Sprechen lernen begonnen hat, so früh war sie mit dem Laufen. Mit elf Monaten konnte sie bereits frei laufen, Robben haben wir ganz ausgelassen, dafür eine Zeitlang das Rollen ausprobiert. Und das Krabbeln – allerdings erst, als sie schon stehen konnte. Der Auslöser fürs laufen lernen war übrigens meine Tanzgruppe, die Karneval Stöcke schwingend vor ihr hergelaufen ist. 😀 Jetzt kristallisiert sich so langsam heraus, dass sie wohl auch eine Tanzmaus werden wird. Sie versucht sich an Purzelbäumen, Stehspagat und diversen Dehnungsübungen. Sie begeistert alle unsere Mädels und ist stets der Mittelpunkt jeder Veranstaltung.

Es gibt natürlich auch die lieben „Phasen“: im Moment stecken wir in der bereits angesprochenen Nein-Phase. Wenn ich es mir so überlege: sie sagt zu allem erstmal Nein. Auf der einen Seite ist es schön zu sehen, dass sie einen eigenen Willen und eine eigene Persönlichkeit (sehr hartnäckig das Mädel…) entwickelt. Auf der anderen Seite ist das sehr anstrengend. Ohne Konsequenz und strikte Grenzen geht hier gar nichts. Und das kostet mich gerade sehr viel Kraft.

Ich habe ein vielseitig interessiertes, quirliges kleines Mädchen hier zu Hause. Ob es darum geht, zu toben, zu puzzeln, zu tanzen oder zu singen, sie macht alles mit Elan und Herzblut. Am liebsten tobt sie mit ihrer Herzfreundin durch den Garten oder schaut mit Mama Bücher und macht Puzzle. Tanzen, Musik und Singen gehören genauso zu ihrem Alltag wie die Eroberung von Papas Motorrad. Ein vielseitiger Quirl.

Ich bin so stolz und glücklich, dass sie bei uns ist. Gerechnet hatte ich schon lange nicht mehr mit so einem Wesen. Mit allen schönen und allen anstrengenden Seiten – mein Mäuschen ist eine Bereicherung und ich geb sie nie mehr her. Sie ist meine größte Liebe.

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kinder, Kinder..., Leben

Eine Antwort zu “Großes kleines Mädchen

  1. Ach ist die nieeedlich! ❤

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s