Die Maus auf der Arbeit

Immer mal wieder muss die WorkingMum in mir zwei Welten sehr direkt miteinander vereinbaren. Das passiert immer genau dann, wenn die Tagesmutter krank ist, Urlaub hat oder aus anderen Gründen nicht verfügbar ist. Demnächst sind es dann Schliessungstage im Kindergarten, die den gleichen Effekt haben. Aber wir können leider nicht jeden dieser Tage Urlaub nehmen und zu Hause bleiben (auch wenn das die angenehmste Lösung wäre).
Dazu kommen die Tage, an denen unsere Maus krank ist und zu Hause bleiben muss.

Jeder dieser Tage ist ein Spagat, denn viele Möglichkeiten gibt es nicht, beiden Rollen in diesem Moment gerecht zu werden. Glücklich können sich alle die Eltern schätzen, die Omas und Opas oder andere Verwandte und Freunde in der Nähe haben, die sie in diesen Fällen unterstützen können. Aber was machen Eltern, die diese Möglichkeit nicht haben?

Im Krankheitsfall gibt es zumindest hier in Deutschland die Möglichkeit, bis zu 10 Pflegetage pro Elternteil in Anspruch zu nehmen. Allerdings sind diese bei ernsten Erkrankungen oder bei Kleinkindern (die ja bekanntermaßen häufiger krank sind) schnell aufgebraucht.

Daher stehen berufstätige Eltern meist vor dem Dilemma: wie kann ich die Betreuung meines Kindes organisieren?
Da bei uns niemand anderes die Betreuung übernehmen kann, müssen wir eben beides kombinieren. Das bedeutet, die Maus darf in irgendeiner Form den Tag mit Mama oder Papa verbringen.

Wir haben das Glück, relativ flexible und familienfreundliche Arbeitgeber zu haben.
So steht uns neben der ersten Option Urlaubstage einsetzen auch die Variante kurzfristig Überstunden abbauen zur Verfügung. Die müssen im Idealfall natürlich vorhanden sein. Mein Gleitzeitkonto kann ich zB in einem gewissen Rahmen überziehen und später wieder ausgleichen. Im Normalfall sorge ich aber dafür, dass ich immer für etwa eine Woche Überstunden auf dem Konto habe. Außerdem muss der Arbeitgeber in solchen Situationen verständnisvoll genug sein, zu akzeptieren, dass fiebernde Kinder sich zumeist nicht Minimum 24Stunden vorher ankündigen.

Eine weitere Option ist das HomeOffice. Gerade bei längerfristigen Kinderkrankheiten ist das für uns die ideale Möglichkeit, die Maus zu betreuen und zumindest ansatzweise unserer Arbeit nachkommen zu können. Das funktioniert allerdings nur, wenn keine wichtigen Termine anliegen oder diese verlegbar sind und (im Falle meines Mannes) ausreichend Kollegen vor Ort sind.

Heute habe ich zum ersten Mal die letzte Möglichkeit, die sich uns bietet, ausprobiert: das Kind mitnehmen ins Büro. Und ich muss sagen: ich bin stolz auf mein Mädchen, denn das hat erstaunlich gut funktioniert. Zur Beschäftigung habe ich Puzzle, Hörbücher, Spiele und Buntstifte eingepackt, die alle Regen Zuspruch fanden. Dann kam der Kuschelhund noch mit und jede Menge Obst und Paprika und Gurke. Dank zweier Monitore hat sie außerdem ihre Lieblingssendung noch per Youtube angesehen, während ich weiterarbeiten konnte. Alles in allem habe ich heute mehr von meinen Aufgaben erledigen können, als ich erwartet habe und die Maus hat sich unter den ganzen Kollegen sehr wohl gefühlt.

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Ich denke aber, sie geht nächste Woche trotzdem lieber wieder zur Tagesmutter mit den anderen Kindern spielen.

Wie organisiert ihr die Betreuung eurer Lieblinge, wenn die „normale“ Betreuung nicht verfügbar ist? Über Kommentare und/oder weitere Ideen zum Thema freue ich mich sehr!

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Nichts als Arbeit

2 Antworten zu “Die Maus auf der Arbeit

  1. Da sprichst du sicherlich ein ganz heikles Thema vieler Eltern an.
    Wir haben das Glück, das Oma und Opa ganz in der Nähe wohnen und auch ab und zu mal einspringen können und wollen!
    Nichtsdestotrotz gibt es aber auch die Tage, da willst du einfach nur bei deinem Kind bleiben. Wir versuchen dann abwechselnden „krank zu machen“

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