Ein Loop, zwei Loop

Vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass die Temperaturen draußen langsam aber stetig steigen (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel) und es dazu relativ windig ist. Seitdem stehe ich morgens meist vor dem Problem: bekommt das Mäuschen noch einen Wollschal um den Hals gewickelt oder nicht? Eigentlich empfinde ich die Temperaturen für einen Winterschal nicht mehr als winterlich genug, aber Sommer ist es eben auch noch nicht. Was also tun?

Ich habe mir überlegt, dass die Kleine einen Schal brauchen könnte, der auf den dünneren Jacken schick und nicht nach Winter aussieht, sie aber trotzdem gegen den Wind und die Temperaturen schützt. So etwas hatten wir aber definitiv nicht im Kleiderschrank. Die Entscheidung viel am Ende für einen Loop in Kindergröße aus Jersey.
Der Loop ist zum einen auch für Anfänger leicht zu meistern und zum anderen wollte ich gerne mal eine Näharbeit aus Jersey fertigen – für Kinder gibt es da ja so unendlich viele schöne Stoffe. Aus diesem riesigen Angebot habe ich mir zwei Stoffe ausgesucht, die mir sehr gut gefallen haben.
Daher gab es dann auch für die Herzfreundin der kleinen Maus einen Loop in ihren Lieblingsfarben.

    20130603-140632.jpg20130603-140624.jpg

Zusammen mit meiner Nähkursleiterin habe ich die passenden Längen für den Schal bestimmt, so dass er gut um den Hals zu legen und nicht zu eng ist. Wir haben uns für eine Länge von 120 cm und eine (einfache) Höhe von 20cm entschieden. Dazu kommt nochmal 1cm Nahtzugabe pro Seite.
Das bedeutete, dass ich pro Schal ein rechteckiges Stück Jersey von 42×122 cm benötigte.

Hörte sich erstmal einfach an, allerdings war es in der Umsetzung gewöhnungsbedürftig. Da ich bisher mit Jersey noch nicht gearbeitet hatte, war ich von den schlechten Beschriftungseigenschaften sehr überrascht. Kreide funktionierte überhaupt nicht, da sie auf dem Stoff überhaupt nicht haftete. Auch der danach benutzte Bleistift funktionierte zum Vorzeichnen nur leidlich. Immerhin, ich konnte das „Schnittmuster“ aufzeichnen und ausschneiden. Letzteres förderte eine weitere Eigenschaft des Stoffes in den Vordergrund: das Einrollen – ein sehr leidiges Thema. Ich glaube, so lange habe ich noch nie bei einem rechteckigen Stück Stoff für den Zuschnitt gebraucht. Da ich das Rechteck ja zweimal brauchte, habe ich das zuerst zugeschnittene Stück auf dem zweiten Stoff festgesteckt und an der Kante entlang geschnitten. Auch hier hat mir das Einrollen der Stoffränder das Leben recht schwer gemacht, denn sowohl das Stecken als nachher auch an einigen Stellen das Schneiden war zeitaufwändig. Danach hatte ich den Trick zwar raus und zumindest das Zusammenstecken der Nahtseiten ging ein wenig schneller von der Hand, aber ein wenig frustrierend war das ganze schon.

Nun ging es also endlich ans Nähen. Extra für diesen Zweck habe ich mir Stretchnadeln bestellt, derer eine nun flugs in die Nähmaschine eingesetzt wurde. Das Nähen selbst war nach dem Frust beim Stecken und Schneiden nun recht einfach. Der Stoff ließ sich gut führen, verknotete sich nicht im Transporter und auch sonst war ich begeistert. Ich habe für den Loop keinen Stretchstich gewählt, sondern einen normalen geraden Stich. Das hatte den Grund, dass die Nähte meines Erachtens nicht so stark strapaziert werden wie z.B. bei einem T-Shirt. Die Entscheidung war ok (habe ich später von meiner Kursleiterin erfahren) und vorallem in einem Punkt sehr vorteilhaft: Da ich falsch gewendet habe, mußte ich die kurze Naht nocheinmal auftrennen. Für die 40cm habe ich etwa eine Stunde gebraucht und mich wahnsinnig geärgert. Mit dem Stretchstich hätte ich wohl noch länger mit dem Trennmesser in der Hand dagesessen und Fäden gesucht.
Für mich daher nochmal zur Erinnerung: erst den Stoff rechts auf rechts lang falten und die lange Naht vernähen. Dann den Schlauch rechts auf rechts ineinander!! krempeln und die kurze Naht in der Runde vernähen. Dabei eine Öffnung zum Wenden lassen. Im Anschluss den Loop wenden und die Öffnung mit einem versteckten Stich per Hand vernähen. Fertig!

20130603-140644.jpg       20130603-140653.jpg

Alles in allem war es sehr einfach den Loop zu nähen – wenn man mal von eigener Dummheit und den neuen Stoffeigenschaften absieht.
Mein Mäuschen und ihre Freundin waren in jeden Fall absolut begeistert von ihrem jeweiligen Loop und das war mir die Mühe wert.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter DIY, Nähen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s