Buch des Monats Juni: Die Bettelprophetin (Astrid Fritz)

Bücher sind schon seit ich denken kann meine Leidenschaft. Sie begleiteten mich seitdem ich die ersten Buchstaben lesen konnte. Nach allerlei Kinderbüchern und Jugendbuchklassikern folgten diverse Fach- und Sachbücher unterschiedlichster Richtungen, historische Romane, Frauenromane, Fantasy aber auch „anspruchsvolle“ Literatur. Kein geschriebenes Wort war vor mir sicher.

Heute lese ich alles, was mir vor die Finger kommt und mich anspricht – wenn ich denn die Zeit dazu finde.
Daher habe ich in meine „101 Dinge“ Liste einen Punkt aufgenommen, der mir sehr am Herzen lag: Mindestens ein Buch pro Monat lesen.
Und damit ich einen weiteren Anreiz habe, werdet ihr hier in den nächsten Monaten immer mal wieder einen kurzen Blogbeitrag zum jeweiligen Buch des Monats finden.

Buch des Monats Juni: Die Bettelprophetin (von Astrid Fritz)

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Genre
Historischer Roman

Inhalt
In Oberschwaben kommt zur Zeit des Biedermeier Theres Ludwig als Tochter einer Vagabundin zur Welt. Sowohl ihr älterer Bruder als auch sie werden früh der Mutter fort genommen und verbringen die nächsten Jahre in einer bäuerlichen Pflegefamilie. Als der Bauer Theres nicht mehr versorgen kann, wird sie von ihrem Bruder getrennt und in ein Waisenhaus gegeben. Aber auch hier begleiten sie in den ersten Jahren Elend und Armut und die Willkür der Erzieher. Ihr Los ändert sich erst, als ein fortschrittlich denkender Direktor die Leitung des Waisenhauses übernimmt und die Vorgehensweisen modernisiert und menschenfreundlicher gestaltet. Nach Verlassen des Waisenhauses beginnt für Theres ein hartes Leben. Als Dienstmagd in wechselnden Anstellungen kämpft sie tagtäglich um ihren Lebensunterhalt. Gebeutelt von Schicksalsschlägen und Armut verzweifelt sie und verflucht Gott und die Kirche. In dieser Zeit begegnet Theres ein Pfarrer, der ihr den Teufel austreiben soll. Dann aber wendet sich das Blatt: Theres hat wundersame Marienerscheinungen, die sie zum Mittelpunkt einer religiösen Bewegung macht. Und gleichzeitig öffnet sich ihr Herz für die Liebe. Eine Liebe, wie sie verbotener nicht sein könnte – und die doch erwidert zu werden scheint. Ausgelöst durch die politische Situation und die fanatische Verehrung ihrer Anhänger wird Theres zur Gejagten und trifft auf eine Welle der Hilfsbereitschaft. Und auch die junge Liebe wächst und gewinnt durch diese Belastungen an Stärke. Am Ende bleibt nur noch die Flucht aus Oberschwaben und der Aufbruch in die ersehnte Freiheit.

Kommentar

Basierend auf einer realen historischen Person ist das Buch doch eines: ein spannender Roman. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe mir große Teile der Nacht um die Ohren geschlagen, weil ich wissen wollte, wie es in Theres Leben nun weitergeht. Astrid Fritz beschreibt deutlich die sozialen und persönlichen Spannungen, mit denen Theres tagtäglich konfrontiert wird und welche Auswirkungen diese auf ihr (Seelen) Leben haben. Dadurch entstand vor meinem Auge eine zwischenzeitlich (aus heutiger Sicht) etwas naive und sensible Person, die im Laufe ihres Lebens eine unglaubliche Stärke aufweist. Sie hat gelernt, sich im Leben durch zu beißen, bis sie sich am Ende alleine nicht mehr zu helfen weiß. Sie trifft einen jungen katholischen Pfarrer, der in einer Zeit des Umbruchs und der Säkularisierung seiner Gemeinde einen festen Halt im traditionellen Volksglauben schenkt. Er ist eine starke Führungsperson, die für ihre Überzeugungen und ihre Anhänger alles in seiner Macht stehende tut. Auch Theres findet bei ihm wieder halt und wird durch Exorzismus und Marienerscheinungen Mittelpunkt seiner Predigten und damit auch der Mittelpunkt seiner Glaubensgemeinschaft. Auch wenn die Beweggründe des Pfarrers für mich nicht ganz deutlich waren, kann man den Effekt dieser überschäumenden Verehrung Theres‘ in der Gesellschaft in Oberschwaben gut nachvollziehen.

Alles in allem ist das Buch von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend geschrieben und man kann ein paar  bewegende Stunden in einer sich stark im Umbruch befindlichen Welt verbringen. Nicht vergessen darf man aber, dass dies ein fiktiver Roman ist, der lediglich auf einer realen Person des Zeitgeschehens basiert. Ich kann das Buch als sehr unterhaltsame Lektüre empfehlen.

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