Zeit zu zweit

Es kommt selten vor. Rar ist die Zeit, die mein Mann und ich tatsächlich gemeinsam verbringen. Um so schöner, wenn wir die Gelegenheit dazu sozusagen geschenkt bekommen.

Natürlich: man sitzt abends zusammen und bespricht den Tag und auch noch den Kommenden, plant das Wochenende und die noch anstehenden Arbeiten im Haus. Aber so wirklich Zeit uns mit uns und unserer Beziehung zu befassen, haben wir in den letzten Monaten nicht gefunden. Ihr sagt jetzt bestimmt: „Aber das ist sooo wichtig! Für euch alle!“ Ja, ihr habt recht, dass ist wichtig – für unsere Familie, für unsere Beziehung und letztendlich auch für jeden von uns selbst.

Letzte Woche Mittwoch schlich sich klammheimlich unser Hochzeitstag in den Kalender und drohte, im Alltag unter zu gehen. Weihnachten will vorbereitet werden, der Haushalt braucht Aufmerksamkeit und nicht zuletzt auch unsere süße kleine Maus, die meist im Mittelpunkt steht (und findet, dass sie da genau richtig aufgehoben ist). Auch das Wochenende war mehr oder weniger verplant mit dem Besuch der kleinen Herzfreundin. Wir hatten den Gedanken an einen Abend zu zweit fast schon aufgegeben. Aber am Ende hat uns eine liebe Freundin einen wundervollen Abend beschert, in dem sie die kleine Maus mit zu sich genommen hat. So hatten wir einen herrlichen Abend im Restaurant und im Kino. Ich habe es sehr genossen, wieder mit meinem Mann ein wenig turteln zu können 😉 Der Stress des letzten Jahres hat uns nicht gut getan. Jetzt wird es ruhiger. Und das ist sehr gut so.

Je mehr ich über den Tag und diesen Monat speziell nachdenke, desto bewusster wird mir, wie sehr eine liebevoller und achtsamer Umgang uns gefehlt hat. Jetzt heißt es, diese Erkenntnis in den Alltag zu übernehmen. Das wird gar nicht so einfach sein, da nach jedem Wochenende der Alltag mit aller Macht über uns hereinbricht und wir uns kaum sehen. Da geht es uns bestimmt nicht anders als anderen Paaren, wo beide Partner im Berufsleben stehen. Es ist aber nicht damit getan, abends gemeinsam vor dem Fernseher zu sitzen. Zumindest uns hilft das nicht. Das Verlassen der üblichen Bahnen, etwas gemeinsam unternehmen – ohne Kind – ist der Schlüssel für uns. Gemeinsam entspannen und gemeinsame Erinnerungen schaffen, unabhängig von Beruf, Kind und Alltag, ist der Baustein, der seit der Geburt unserer Tochter in unserem Leben fehlt. Ich plane schon lange, einen festen Partnertag im Monat einzuplanen, an dem wir uns einen Babysitter gönnen und einfach mal wieder ausgehen. Bisher ist es am Babysitter gescheitert. Vielleicht schaffe ich es auch wieder, im Sommer ab und an auf mein Motorrad zu steigen und zusammen mit meinem Mann eine Runde im Bergischen zu fahren. Gedanken und Pläne, die wir und vor allem ich festhalten werden.

Es wird nicht einfach werden, aber es wird sich lohnen.

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Eingeordnet unter Alltagsgeschehen, Leben

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