Bauchschmerzen bei Kleinkindern

Schon seit einigen Monaten erleben wir es immer wieder. Und jedes Mal fühle ich mich ein wenig hilflos. Immer, wenn mein Mäuschen mit verzogener Miene zu mir kommt und sagt: Mama, ich habe Bauchschmerzen. Mein armer Schatz :-(. Durchfall hatte sie dabei glücklicherweise nie. Erst traten die Bauchschmerzen hauptsächlich abends auf und auch nur sporadisch. Später wurden die Bauchschmerzen häufiger und traten auch tagsüber auf.

Am Anfang haben wir es mit Wärme versucht und so wurden Körnerkissen und Wärmflaschen geholt und auf den Bauch gelegt. Leider hat es wenig geholfen. Einige Besuche beim Kinderarzt waren leider ebenfalls eher erfolglos. Abtasten und sogar ein Ultraschall haben kein Ergebnis gebracht, physisch ist das Mädel völlig in Ordnung.
Die Diagnose: wahrscheinlich funktionelle Bauchschmerzen. Es könnte aber auch eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz sein, obwohl weder die Kinderärztin noch wir das wirklich glauben. Trotzdem müssen beide Intoleranzen ausgeschlossen werden, ehe die Diagnose endgültig gestellt werden kann.

Was genau bedeutet das nun für uns?
Mäuschen und ich haben beschlossen, mit dem Test auf Laktoseintoleranz zu beginnen. Seit Mittwoch lassen wir konsequent Milchprodukte und Produkte, die Milchbestandteile enthalten weg bzw. ersetzen sie durch laktosefreie Lebensmittel. Im ersten Moment hörte sich das relativ übersichtlich an: keine Milch, kein Käse, kein Joghurt, kein Quark, etc. Schon das allein ist etwas, das dem Mäuschen ziemlich schwer fallen würde, gäbe es die laktosefreien Milchprodukte nicht – denn sie liebt Joghurt und Käse über alles. Wenn man aber genauer hinschaut, fallen noch wesentlich mehr Lebensmittel weg. In vielen Gebäckstücken, Eis und Margarinen ist ebenfalls Milch bzw Molke enthalten, die heißgeliebte Milchschnitte fällt per se weg und auch bei Süßigkeiten muss man nun schauen. So viele Zutatenlisten wie in den letzten Tagen habe ich in meinem Leben noch nicht genau durchgelesen. Sehr hilfreich dabei ist, dass Allergene auf den Lebensmittelverpackungen nun auch in der Zutatenliste deutlich hervorgehoben sein müssen – damit auch die Milcherzeugnisse. Auf Milchprodukte konsequent zu verzichten ist also gar nicht so einfach, gerade nicht für ein Kind. Dazu kommt, dass man bei weitem nicht für alles so ohne weiteres Ersatzprodukte bekommt und wenn man sie bekommt, bezahlt gut und gerne den doppelten Preis dafür. Das bedeutet, auch bei der Zusammenstellung des Wochenspeiseplans muss man genau darauf achten, welche Zutaten benutzt werden können und welche nicht (z.B. Pflanzenmargarine beim Braten). Vermutlich werde ich doch nochmal im Reformhaus bzw im Bioladen vorbeischauen und die Auswahl dort prüfen.

Der nächste Schritt wird für unsere Maus noch härter, denn der Test auf Fruktoseintoleranz bedeutet: kein Obst. Nicht in natura, nicht im Joghurt, nicht auf dem Kuchen. Ich bin gespannt, wo sich Fructose sonst noch überall als angeblich „gesunder“ Zucker drin versteckt.

Das bisherige Ergebnis unseres Tests bestätigt im übrigen hauptsächlich unsere Vermutung, dass es nicht an der Milch liegt: die Bauchschmerzen sind immer noch da. Daher habe ich mich parallel auch darüber schlau gemacht, was funktionelle Bauchschmerzen eigentlich sind.

Als funktionelle Bauchschmerzen werden chronische Bauchschmerzen bezeichnet, die „länger als zwei Monate bestehen, mindestens einmal die Woche auftreten und nicht durch strukturelle oder biochemische Erkrankungen erklärt werden können“ (Quelle: Deutsches Ärzteblatt). Nach Erklärungen der Kinderärztin und einigen Beiträgen im Web könnte die Bauchschmerzen seelisch bedingt sein (z.B. als Reaktion auf meine Schwangerschaft oder längere Arbeitszeiten) oder durch einen empfindlichen Darm verursacht werden (Mäuschen hatte monatelang mit schlimmen Verstopfungen zu tun). Eine zu einseitige Ernährung könnte auch der Grund sein, allerdings schließe ich das für das Mäuschen aus – sie isst zu Hause und im Kindergarten sehr ausgewogen. Der allgemeine Tenor ist aber, dass Kinder, gerade Kleinkinder, relativ häufig über Bauchschmerzen klagen und es mit dem Verarbeiten von Veränderungen im Umfeld zu tun hat. Und davon gibt’s bei uns gerade ausreichend….

Welche Erfahrungen habt ihr mit Bauchschmerzen bei kleinen (und größeren) Kindern gemacht? Kennt ihr das Phänomen „funktionelle Bauchschmerzen“? Habt ihr evtl Erfahrungen mit Laktose- und/oder Fruktoseintoleranz gemacht?

Bis zum nächsten Mal und alles Liebe
Anja

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Eingeordnet unter Kinder, Kinder..., Leben

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